Nicht Glitzern, sondern Stauben: Was generiert Wissen und was passiert da(bei)?
Wie eignen wir uns die Welt an und wer ist dieses Wir? Wie voraussetzungsvoll ist es zu sprechen? Gibt es eigentlich emanzipatorisches Potenzial in der Aneignung von Wissen oder sind wir dadurch immer schon Teil eines uns disziplinierenden Systems?
Wir laden zu einer kollektiven Textaneignung, um beides zu tun: Gemeinsames Erarbeiten eines Textes zur Reflexion pädagogischer Praxen mit Michel Foucault und eines Artikels von Pierre Bourdieu. Damit schaffen wir eine Art temporäres Wissensproduktions-Laboratorium, das selbst eine Erfahrung dafür sein könnte, wie Wissen in (selbst bestimmten?) Zusammenhängen generiert wird. Wir geben damit aber auch Einblick in die momentane Arbeitsweise unseres Forschungsprojektes. So wollen wir in diesem Workshop nicht nur über die Produktion von Wissen sprechen, sondern vor Ort (Wissen über) Wissen in einem lustvollen Umgang mit Theorie praktizieren/wiederholen/subvertieren: In diesem Rahmen wollen wir auch einige anstehende Fragen unseres Projektes im Komplex Wissen und Herrschaft, Mechanismen der Distribution von Fakten und skills mit Interessierten diskutieren.
Wir, das sind Karin Schneider, Stephanie Kiessling und Sabine Sölkner, vom sich in der Startphase befindlichen, theoriegeleiteten und -generierenden, empirischen Forschungsprojekt „Gender and Science in the Making“, das sich mit Fragen spezifischer Formen von Wissensaneignung und -vermittlung von/an Kindern entlang von museologischen Displays zu Technik und Wissenschaft auseinandersetzt. Gemeinsam mit Heide Hammer, Philosophin und gegenwärtig an der Meduni Wien beschäftigt, möchten wir – ausgehend von einem Konzept situierten Wissens (Donna Haraway) – den machtvollen, kommunikativen Prozessen der ständigen Wiederholung von hierarchischen Wissenschaftsmodellen und den ebenso beständigen Anläufen von Terrainverschiebungen nachgehen.
